Düxer Bock

Caroline Hamacher-Linnenberg und Ulrich Linnenberg haben ein Bockbier mit Leidenschaft entwickelt. Das Kölner Paar hat dazu eine ganz besondere Geschichte.

Caroline Hamacher-Linnenberg und Uli Linnenberg
© Düxer Bock

Ein Hoch auf die Liebe!

Das Bier verleugnet seine Herkunft nicht! Es nutzt seinen Namen, um an die Geschichte des “Düxer Bock” zu erinnern. Der Plot ist so zeitlos wie schön:

Mitte des 16. Jahrhunderts schreib Shakespeare mit “Romeo und Julia” die Liebesgeschichte, die heute altbekannt und vor allem immer wieder neu interpretiert ist. Die Liebenden finden wegen ihrer verfeindeten Familien nicht zueinander. Das Ende der Story ist tragisch.

Wenige Jahrzehnte bevor Shakespeare sein Drama schrieb, passierte mehr denn minder genau diese Geschichte im Rheinland.

Es ward im Jahr 1510 in Deutz, das heute zu Köln gehört, ein Schneider, dessen Einkünfte kaum ausreichten, um seine Familie zu ernähren. Darum hatte er die Idee, Kanarienvögel zu züchten, die sich ob ihres schönen Gesangs gewinnbringend veräußern ließen.

Das Problem: Nicht anders als ein Hahn, sang das Federvieh auch, wenn die Nachbarn noch schliefen.

Ein reicher Nachbar wurde so jeden Morgen bittersüß aus seinem Schlaf gerissen. Der eine wollte seinen Schlaf nicht hergeben, der andere seine Einnahmequelle nicht hergeben. Es roch nach Vergeltung.

Der übermüdete Nachbar plante eine Lit. Er kaufte einen Ziegenbock und fütterte den später als “Düxer Bock” bekannt gewordenen Vierbeiner so schlecht, dass das Tier sein Futter mit bald ebenso lautstarkem Gemecker einklagte, wie der Vogel morgens sang. Diese lautstarke Eskalation macht die zwei Streithähne stadtbekannt.

Was keiner der Männer wusste: Ihre Kinder hatten sich ineinander verliebt. Bis dahin konnten sie sich allerdings nur heimlich treffen, bis sie schließlich getrennt wurden, da der Schneider – in der Hierarchie unterlegen – wegziehen musste.

Erst Jahre später, die beiden Väter schon längst unter der Erde, trafen sich die ehemals Liebenden in Deutz wieder. Das Feuer entfachte erneut und sie wurden für immer (und wenn sie nicht gestorben sind für heute noch) ein Paar.

Shakespeares Geschichte, ganz der rheinischen Frohnatur entsprechend, nimmt hier in Deutz ein fröhliches Ende. Und so erinnert das Denkmal des Düxer Bocks in Rheinnähe immer daran, dass das Unmögliches möglich werden kann.

Denn: Liebe ist stärker als Hass!

“Mer lääv nur eimol.”

Ein Bockbier aus Köln?

Bockbier, vor allem bekannt im Bayrischen, wurde im 14. Jahrhundert erstmals in der Nähe Hannovers gebraut und dann sozusagen nach Bayern exportiert. Eigentlich kommt das Bier also aus Norddeutschland. Nur den Namen Bockbier hat das Getränk in Bayern erhalten. Fakt!

Das familieneigene Rezept aus Köln vertrauen Caroline und Ulrich Brauspezialisten in Franken an. So können sie den typischen Geschmack aus bester Qualitätsproduktion gleichbleibend gewährleisten.

Eine Leidenschaft, die nie endet

… wie die Geschichte selbst.

Zur Erinnerung an die Geschichte, stand am historischen Ort über dem Haus in der Siegburger Gasse Nr. 26 ein aus Eisenblech modellierter Bock. An Festtagen hing zudem noch eine Bockfahne am Giebel des Hauses. Die Fahne hat den Krieg überlebt und befindet sich heute im Kölnischen Stadtmuseum. Dort erinnert sie an die Geschichte vom Düxer Bock – genauso wie das Bier.

Ein Glück, dass Ulrich Linnenberg selbst ein großer Geschichts-Fan und Hobby-Historiker ist!

Fakten über den “Düxer Bock”

im Jahr 1468

wird die Brauerei das erste Mal erwähnt

Nicht Bayern

sondern die Norddeutschen erfanden das Bockbier

6,9 % Vol.

andere Bockbiere haben 7,5 % Vol.

Bilder © Düxer Bock