Faire Kohle

Grillkohle-Briketts, hergestellt aus Kokosnuss-Schalen. Die Schalen landen bei der Kokosnuss-Produktion normalerweise im Müll. Die Idee entstand im Dezember 2012, nachdem der Super-Typhoon Bopha die Ernte vieler Kleinbauern in Davao auf den Philippinen zerstört hat.

Wer steht denn überhaupt hinter Fairer Kohle?

Das ist tatsächlich ein wenig kompliziert. Das Projekt auf den Philippinen wird von verschiedenen internationalen Partnerorganisationen und NGOs unterstützt. Hauptverantwortlich für den Projektstart war nach dem Super-Typhon Bopha die Nichtregierungsorganisation Task Force Mailand (TFM).

In Deutschland sind dies die Evangelische Jugend von Westfalen und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend, in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft Evangelische Jugend NRW (AEJ NRW).

Wie die Briketts hergestellt werden

Damit die Briketts auf eurem Grill verwendet werden können, werden halbierte Kokosschalen zu Hunderten in Betonbecken verkohlt und anschließend zu Pulver gemahlen. In großen Säcken und auf direktem Weg, landet das Kohlepulver schließlich in einer eigens dafür angefertigten Brikettmaschine. Wenn es nicht regnet, läuft die Maschine auf Hochtouren und produziert bis zu einer Tonne Briketts täglich. Diese haben einen Tag Trocknungszeit, bis sie vor Ort zum Endprodukt verpackt werden. Vom Stelzenhaus mit der Brikettmaschine bis zum Containerschiff im Hafen Davao sind es 30 Kilometer. Verschifft wird die Kohle nur einmal im Jahr.

“Aktuell sind für die Brikett-Produktion 6 MitarbeiterInnen fest angestellt. Bis zu 6 weitere werden saisonal beschäftigt.”, sagt Efrin, Erfinder und Konstrukteur der bisher einzigen Kohlebrikett-Maschine in der Region.

Und der Erfolg steigt weiter an

Zunächst wurden kleinere Mengen Kokos-Grillkohle bestellt, die Rückmeldungen waren positiv, die Nachfrage stieg. Und so wurden 2015 erstmals 20 Tonnen geliefert und verkauft. 2015 wurde offiziell die Faire Kohle GmbH gegründet und vertreibt seither die Kohlebriketts auf dem heimischen Markt. Der Aktionskreis 3. Welt e.V. unterstützt die Bildungsarbeit rund um die Faire Kohle. 2015 und 2016 fanden Besuche auf den Philippinen statt, um die philippinischen Partner und ihre Arbeit kennenzulernen und die Handelspartnerschaft zu festigen. So werden seit 5 Jahren jährlich einmal pro Jahr 20 Tonnen der Briketts über den Ozean geschifft und stehen hier zur Grillsaison bereit!

Wieso Faire Kohle besser ist als herkömmliche Kohle

Normale Kohle ein Problem für den Regenwald.
Konventionelle Kohle wird für den deutschen Bedarf zu großen Teilen aus Ländern des Südens, allen voran Paraguay und Argentinien importiert. Hier werden zu großen Teilen Primärwälder, also Regenwald abgeholzt.

In Deutschland besteht keine Deklarationspflicht, woher das Holz für die Grillkohle stammt, unter welchen Bedingungen es geschlagen und verarbeitet wurde. Der Kunde, und Freund des Grillens hat so keine Chance nachzuvollziehen, ob er nicht grade ein Stückchen Regenwald verbrennt.

Eine besondere Alternative stellt die Faire Kohle dar. Ihr Ausgangsmaterial sind Kokosnuss-Halbschalen, die als Abfallprodukt im Produktionsprozess von Kokosprodukten, wie Kokosraspeln und Kokosmilch anfallen. Hierfür wird kein Primärwald gerodet, sondern ein CO2-neutrales Ausgangsprodukt verwendet.

Die Kokosnuss-Halbschalen sind ein CO2-neutrales Ausgangsprodukt, weil in ihrer Masse, CO2 aus der Luft im Rahmen der Photosynthese gebunden wurde. Dieses CO2 wird eingelagert und über die Verbrennung wieder freigegeben (dies würde auch bei einer Zersetzung, durch Kompostierung geschehen). Da nun kein Primärwald abgeholzt wird (hier ist das CO2 dauerhaft gebunden und nicht nur in einem Fruchtwechselkreislauf) ist das für die Produktion der Fairen Kohle verwendete Ausgangs- und Abfallmaterial wesentlich klimafreundlicher.

Gegenwärtig arbeiten wir an einem Konzept, die durch den Transport und die Verpackung entstandene CO2-Emission zu kompensieren. Unser Ziel ist es ein CO2– und damit klimaneutrales Produkt zu produzieren. Hierfür stehen wir in ständigem Austausch mit den Produzenten und Produzentinnen von Ort und unseren Partnern in Deutschland.

Fakten über die Faire Kohle

2012

Super Typhoon Bopha

Davao

heißt der Herstellungsort auf den Philippinen

30 t

Briketts werden einmal im Jahr verschifft